Serie: Kaiser und Könige zu Besuch auf der Margarethenhöhe (3): Besuch von Kaiserin Auguste Viktoria

Manfred Raub
Manfred Raub lebt seit 1979 auf der Margarethenhöhe. Er ist Mitbegründer des Kunstkreises Margarethenhöhe und Inhaber des Ateliers am Laubenweg. Seit 2008 ist er als Gästeführer auf der Höhe unterwegs. Aus seiner umfangreichen historischen Foto- und Postkartensammlung erstellt er regelmäßig Kalender und unterstützt auch diesen Blog mit Texten und Bildern.
Bild oben: Auguste Viktoria in der Steilen Straße vor dem Haus Nr. 17. Links von ihr (mit Regenschirm) ist Bertha Krupp von Bohlen und Halbach und vorne rechts geht Gustav Krupp von Bohlen und Halbach. Bemerkenswert ist, dass der Junge auf dem Foto ganz links Holzschuhe trägt… Foto: Slg. Manfred Raub

Der Kaiserliche Besuch auf dem Kleinen Markt vor dem Gasthaus zur Margarethenhöhe: links Bertha Krupp von Bohlen und Halbach, rechts: Kaiserin Auguste Viktoria. Foto: Slg. Manfred Raub
Am 20. 6. 1917 besuchte die damalige Kaiserin Auguste Viktoria die Margarethenhöhe. Anlass ihres Besuches in Essen war ihr Besuch eines Reservelazarettes in den Städtischen Krankenanstalten. Auch hier war, wie beim Besuch von König Ludwig III von Bayern, aufgrund der damals für wichtiger erachteten Kriegsberichterstattung der Artikel in der „Essener Volks-Zeitung“ recht kurz gefaßt. Aber der halbstündige Rundgang über die Margarethenhöhe ist beschrieben:
„Die Kaiserin in Essen.
Ihre Majestät die Kaiserin besuchte gestern vormittag das Reserve-Lazarett in den Städtischen Krankenanstalten und die Kleinwohnungssiedlung Margarethenhöhe. Der Nachmittag galt einem Besuche des Arnoldhauses für Wöchnerinnen auf dem Altenhofe, worauf die Rückfahrt zum Hügel angetreten wurde.
Über den Besuch auf der Margarethenhöhe erfahren wir, daß Ihre Majestät gegen 11 Uhr mit Gefolge in verschiedenen Automobilen eintraf. Die Autos fuhren am Marktplatz vor. In Begleitung von Herrn und Frau Krupp von Bohlen und Halbach und des Gefolges, … begab sich die Kaiserin nach kurzem Aufenthalt über die Steilestraße zur Brücke, wo Schülerinnen des Lyzeums Spalier bildeten. In freundlicher Weise nahm die hohe Frau ein ihr von einem kleinen Mädchen impulsiv überreichtes Blumensträußchen in Empfang und unterhielt sich mit dem Kinde; ebenso sprach sie in leutseliger Weise zwei Knirpse an. An der Treppe der Brücke bestiegen die hohen Herrschaften gegen 11 ½ Uhr wieder die Automobile zur Rückfahrt nach Villa Hügel. …“
Und der „Essener General-Anzeiger“ schrieb:
„Die Kaiserin in Essen.
Die Kaiserin besuchte gestern vormittag das Reservelazarett in den Städtischen Krankenanstalten und die Kleinwohnungssiedelung Margarethenhöhe. Auf dem Wege durch die Margarethenhöhe wurde die Kaiserin mit Blumen förmlich überschüttet. Besonders drängten sich die Kleinen an die Herrscherin heran, um ihr Blumenspenden zu überreichen, die auch freundlich entgegengenommen wurden. Der Nachmittag galt einem Besuche des Arnoldhauses …“
Soweit die Zeitungsberichte. Auch dieser Besuch ist im Gästebuch der Margarethe Krupp-Stiftung festgehalten. Ebenso existieren einige Fotos von Auguste Victoria in Begleitung von Bertha Krupp von Bohlen und Halbach.

Eine weitere Photographie aufgenommen in der Steilen Straße: in der Mitte zwischen Bertha und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach die Kaiserin. Die Kinder am Straßenrand haben ihre Blumen auf den Weg gestreut. Foto: Slg. Hugo Rieth
Der Eintrag im Gästebuch der Margarethe Krupp-Stiftung:

Eintrag über den Besuch der Kaiserin im Gästebuch der Stiftung vom 20. Juni 1917. Er lautet:
„Ihre Majestät die Deutsche Kaiserin
und Königin von Preußen Auguste Viktoria
besichtigte am 20. Juni 1917 die Margarethenhöhe an-
schließend an Allerhöchstderen Besuch bei verwundeten
Kriegern in Essener Lazaretten:
Auguste Viktoria
J.R.“
Repro: Manfred Raub