Die Margarethen-Apotheke

Die Margarethen-Apotheke

10. August 2023 0 Von Heinz Kaschulla
Heinz Kaschulla
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Heinz Kaschulla lebt seit über 70 Jahren auf der Margarethenhöhe. Er trägt persönliche Erinnerungen und historische Fakten über seinen Heimatstadtteil zusammen - für sich selbst, seine Kinder und Enkelkinder. Und auch für diesen Blog stellt er seine umfangreichen Recherchen zur Verfügung.

1911 zogen die ersten Mieter in die neu gebauten Häuser der Margarethenhöhe ein. Am Anfang gab es jedoch noch keine Versorgung der Anwohner mit allem, was man so brauchte. Für Lebensmittel gab es zwar nach kurzer Zeit einen kleinen Laden der Familie Felderhoff im Mühlbachtal, doch einen Bäcker gab es nur in Holsterhausen, ebenso einen Postdienst und alles weitere. Selbst einen Briefkasten gab es auf der Margarethenhöhe noch nicht.

Die Versorgung der Bevölkerung hier erfolgte dann aber Schritt um Schritt. Neben ärztlicher sollte und musste auch die pharmazeutische Versorgung hergestellt werden. Doch erst 1923 wurde schließlich die erste Konzession zum Betreiben einer Apotheke erteilt.

Erste Konzession für eine Apotheke

In einer Urkunde ist dokumentiert, dass Heinrich Issing im Jahr 1923 die Konzession erteilt wurde, eine Apotheke zu errichten und auf eigene Rechnung zu führen. Nach seinem Tod pachtete der Apotheker Vollmering die Apotheke und leitete diese bis Dezember 1949.

Apotheker und Diplom-Chemiker Ernst Steffenhagen übernahm dann die Apotheke, nachdem er die Konzession erhalten hatte, und leitete sie bis Dezember 1955. Nachfolger von Ernst Steffenhagen wurde sein langjähriger Mitarbeiter, der Apotheker Joseph Potthast. Dieser führte die Apotheke bis zum 31. Dezember 1972.

Familie Brand übernimmt die Apotheke

Am 1. Januar 1973 übernahm der Stiefsohn von Joseph Potthast, der Apotheker Heinz Brand, die Apotheke zuerst als Pächter, ab September 1994 dann als Eigentümer. 1997 starb Heinz Brand. Seine Frau, Apothekerin Mechthild Brandführte die Apotheke ab diesem Zeitpunkt weiter.

Die Tochter der beiden, Ute Brand, trat schließlich in die Fußstapfen ihrer Eltern und machte die erforderliche Ausbildung für das Weiterführen der Apotheke. Seit Januar 2004 ist Apothekerin Ute Brand Inhaberin der Apotheke und leitet diese selbst.


Umbau im Jahr 2020

Im Jahr 2020 wurde die Apotheke komplett umgebaut. Die Aufteilung des gesamten Service-Bereiches, die Lagerung der Medikamente, die elektronische Service-Unterstützung wurde komplett modernisiert. Ein dritter Beratungs- und Service-Platz wurde eingerichtet. Die zeitunabhängige Abgabe von vorbestellten Medikamenten über elektronisch gesteuerte Ausgabe-„Post“-Fächer wurde möglich gemacht. So entstand eine supermoderne Apotheke im denkmalgeschützen Kleid unseres Dorfes in der Stadt.

Ein besonderes Highlight ist die Beleuchtung: Aus alten Original Apotheker-Flaschen, alles Erbstücke, wurden Lampen gebaut, die nun die Beratungsplätze in außergewöhnlicher Weise schmücken.

Die v.g. Informationen stellte Frau Ute Brand mir freundlicherweise zur Verfügung und gestattete auch die Verwendung der von ihr gefertigten Fotos. Das Repro der Anzeige von Joseph Potthast stammt aus der Festschrift anlässlich der 50-jährigen Bestehens Feier der Margarethe-Krupp-Stiftung.

Fotos: Heinz Kaschulla und Margarethen-Apotheke