Die Knüppelhusaren auf der Margarethenhöhe

Die Knüppelhusaren auf der Margarethenhöhe

23. Februar 2026 0 Von Heinz Kaschulla
Heinz Kaschulla
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Heinz Kaschulla lebt seit über 70 Jahren auf der Margarethenhöhe. Er trägt persönliche Erinnerungen und historische Fakten über seinen Heimatstadtteil zusammen - für sich selbst, seine Kinder und Enkelkinder. Und auch für diesen Blog stellt er seine umfangreichen Recherchen zur Verfügung.

Die Knüppelhusaren auf der Margarethenhöhe

Jedes Jahr gibt es auf dem Weihnachtsmarkt der Margarethenhöhe einen Verkaufsstand der
KG Knüppelhusaren e.V.
Das ist schön, doch ungewöhnlich. Wer sind die? Wieso sind die hier?

Wer oder was sind die KG Knüppelhusaren?

Die KG Knüppelhusaren-Essen e.V. 1937 sind eine Uniform tragende Karnevalgesellschaft, die aus dem 1919 gegründeten Theaterverein „Bunte Bühne“ in Stoppenberg hervorgegangen ist.
Die Mitglieder hatten so viel Spaß miteinander, dass sie 1937 in der in Stoppenberg ansässigen Gaststätte Hoffrogge diese Karnevalsgesellschaft gründeten.

Wie oder warum kamen die Knüppelhusaren zur Margarethenhöhe

Die Knüppelhusaren führten ihre Veranstaltungen ursprünglich im Saalbau der Gaststätte Hoffrogge durch, doch schon bald im Stoppenberger Hallo-Turm.

Der Hallo-Turm wurde im 2. Weltkrieg von Bomben zerstört, die Knüppelhusaren mussten ein neues Quartier suchen. Zunächst zogen sie wieder in die Gaststätten nach Stoppenberg, bis sie in den 1970er Jahren im Gasthaus zur Margarethenhöhe Quartier fanden.
Hier konnten sie tagen, im Saal der 1.Etage ihre Veranstaltungen abhalten und ihre Materialien in einem Kellerraum neben der Kegelbahn aufbewahren.

Auch mit dem Wechsel der Pächter Josef Kallenberg, Klaus und Marlies Holsten oder Christiane Behnke änderte sich nichts daran.
 

Veranstaltungen der KG Knüppelhusaren

Jeweils zum Beginn der 5. Jahreszeit – der närrischen Zeit – am 11.11. eines jeden Jahres veranstalteten die Knüppelhusaren einen Sturm auf das Zentrum der Macht und kletterten mit Hilfe einer Leiter auf den Balkon des Gasthauses zwecks Macht-Übernahme.


Die Knüppelhusaren veranstalteten regelmäßig s.g. Hausfrauen-Nachmittage und viele weitere Sitzungen.

Gruppen wie z.B. Männerballett „Schwäne vom Margarethensee“, Bauchredner, Tanzgarde etc. traten auf.

Und der Weihnachtsmarkt?

Auf Anregung des Bürgerschafts-Mitgliedes Erika H. wurde von der Bürgerschaft Essen-Margarethenhöhe am 3. Advent 1988 der erste Weihnachtsmarkt mit Teilnahme von Vereinen und Institutionen der Margarethenhöhe auf dem Kleinen Markt veranstaltet.
Diese Veranstaltung wurde sehr gut angenommen, war ein großer Erfolg.

Ab dem Jahr 1989 wurde der Weihnachtsmarkt fest im Veranstaltungs-Kalender der Bürgerschaft aufgenommen, aber dauerhaft auf den 1. Advent verlegt.
Bis 2025 fand dieser Weihnachtsmarkt -bis auf das Corona-Jahr 2020- jedes Jahr statt, seit 1988 bis 2025 also 36. Mal.

2015 fand der 27. Markt statt !

Die Knüppelhusaren waren jedes Jahr dabei, also auch 2025 zum 36. Mal.
Sie boten abwechslungsreiche Gaumenfreuden an: Gulasch, Rauch-Forellen, Flammkuchen, Schupfnudeln und vieles mehr.

Wo sind die Knüppelhusaren e.V. zwischen den Weihnachtsmärkten?

Die KG Knüppelhusaren e.V. 1937 gibt es immer noch, doch leider mussten sie mit dem Umbau des Gasthauses Margarethenhöhe zum Mintrops Stadthotel / Hotel M ausziehen und deshalb zogen sie 2012 weiter noch Bergerhausen.

Treu geblieben sind sie trotzdem der Margarethenhöhe:
Jedes Jahr waren sie weiterhin wie bisher auf unserem Weihnachtsmarkt mit einem eigenen Stand und Angeboten vertreten.
Dies soll auch so bleiben, dieses Versprechen gab die 1.Vorsitzende (2025) Gisela Whelan mir gegenüber ab.

Wer oder was sind Husaren überhaupt?

Der Begriff „Husaren“ stammt von dem ungarischen „husźar“ ab, der beschreibt, dass jeweils die Bewohner von 20 Häusern einer Siedlung einen Reiter stellen mussten. Diese Reiter bildeten eine schnelle und bewegliche Reitereinheit als Schutztruppe.
Auch in den Armeen unterschiedlicher Regenten wurden sie eingesetzt und waren immer an ihrer speziellen Kleidung erkennbar.
Sie trugen einen „Dolman“, eine Jacke mit Brustverschnürungen und eine „Pelisse“, eine darüber getragene Pelzjacke. Ein „Tschako“ war die Kopfbedeckung.

Heute wird diese Kleidung oft im Karneval beim Gardetanz nachgebildet getragen.
Den Knüppelhusaren dient sie in abgewandelter Form als ihre Uniform.

Jetzt soll noch der Begriff „Knüppelhusaren“ aufgeklärt werden

Im 15. Jahrhundert waren die Bauern der umliegenden Kapitel / Grundstücke der Fürstäbtissinnen zu Essen zum Wehrdienst verpflichtet, sie selbst und mit ihren „Dienstmannen zu Ross und Harnisch“.
Zusätzlich mussten Steuern gezahlt werden, nicht in barem Geld, sondern in Naturalien, die als „Zehnt“ der z.B. Ernte-Erträge abzuliefern waren. Dies hatte an bestimmten Tagen zu geschehen und erfolgte meist mit einem Ritt der Knechte auf Eseln als Tragtiere zum Abgabeort. Esel sind wie sie sind und wurden mit einem Knüppel angetrieben.

Nach dieser Pflicht trafen sich die Knechte oft, eine Flasche kreiste.
Der Erfolg davon war ein Wettreiten zurück und wieder mit Einsatz der Knüppel.

Diese wilde Horde wurde dann als Knüppelhusaren bezeichnet, so wird erzählt.