Bürgerschaft überreicht Scheck an Ukraine-Hilfe
Einige Jahre ist es jetzt schon her, seit die Bürgerschaft Margarethenhöhe auf dem Kleinen Markt regelmäßig Spenden für die Ukrainehilfe gesammelt hatte. Seitdem haben sich viele von euch immer wieder gefragt: Wieviel Geld ist damals eigentlich zusammen gekommen – und wo ist es gelandet?
Seit dem Skandal um den damaligen Vorstand der Bürgerschaft – wir hatten darüber berichtet – lag das Thema auf Eis. Doch der neu gewählte Vorstand der Bürgerschaft hat inzwischen seine Hausaufgaben gemacht: 2600 Euro seien insgesamt bei den Spendenaktionen in den Jahren 2022 und 2023 gesammelt worden, erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Jürgen Malone. Leider sei das Geld aber danach nicht bei der Ukraine-Hilfe angekommen.

„Zeitpunkt ist gut gewählt“
Genau das hat die Bürgerschaft jetzt nachgeholt und einen symbolischen Scheck an den Verein „Deutsch Ukrainische Freundschaft Essen“ (DUFE e.V.) überreicht. Der Verein hilft in der Solidaritäts-Partnerstadt Essen-Riwne in der Ukraine und betreibt verschiedene Hilfsprojekte für die notleidende ukrainische Bevölkerung im ganzen Land. Außerdem organisiert er selbst Transporte von Hilfsgütern – auch jetzt im Dezember wieder.
In einem vollbeladenen Transporter werden sich zwei Personen des Vereins gemeinsam auf den Weg machen, einer davon ist Roger Schimanski, der als erster Vorsitzender des Vereins DUFE e.V. den Scheck der Bürgerschaft entgegengenommen hat. „Wir waren überrascht, dass jemand mit so einer Spende auf uns zugekommen ist – der Zeitpunkt ist gut gewählt, jetzt vor dem Winter.“ Waren zu Beginn des Krieges in der Ukraine noch jede Menge Sach- und Geldspenden beim Verein angekommen, habe die Unterstützung inzwischen deutlich nachgelassen. „Kaum jemand ist noch bereit, Geld zu spenden.“
Brot backen und zerstörte Dörfer aufbauen
Dabei werden finanzielle Mittel tatsächlich viel dringender benötigt als Sachspenden, erklärt Roger Schimanski – Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln reichten leider immer nur für wenige Tage. Darum investiere der Verein in Hilfsprojekte wie etwa soziale Bäckereien, die mit Hilfe lokaler Partner in privaten Wohnräumen, Garagen oder Gärten eingerichtet werden. „Dort können die Menschen Brote backen, die dann zu Hilfsbedürftigen in der Umgebung oder auch an die Front gebracht werden“, berichtet er. Mehl kaufe der Verein vor Ort und stelle es den Bäckereien zur Verfügung.
Gleichzeitig unterstütze man beim Wiederaufbau zerstörter Dörfer. „Es gibt leider wenig Bewusstsein für die Not nicht einmal 24 Stunden weit von uns entfernt“, sagt der Vereinsvorsitzende. Rund 13 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen. „Manchmal finden wir ältere Menschen, die ohne jegliche Heizung in einem Stall leben. Im Osten und Süden der Ukraine ist auch Trinkwasser ein großes Problem.“
Wintereinbruch und Sicherheit
1600 Kilometer sind es bis nach Riwne, das erste Ziel seiner Tour im Dezember. Dort liefert der Verein unter anderem Computer an eine Schule aus, die über das soziale Projekt „Hey Alter“ gesammelt und aufbereitet wurden, und besucht den jüdischen Verein vor Ort. Danach geht es weitere 500 Kilometer bis nach Kiew, wo die Nationalgarde mit Technik und Batteriesystemen unterstützt wird. Je nach Wetterlage könnten Schnee und Minusgrade die weitere Mission gefährden, dennoch stehe zuletzt noch Mykolajiv in Süden auf dem Plan. „Dort gibt es ein Heim für geistig und körperlich behinderte Männer, das bereits zweimal zerstört worden ist“, erzählt Roger Schimanski.
Nach seinem eigenen Sicherheitsgefühl gefragt, sagt er: „Die ersten ein, zwei Male war mir sehr mulmig. Ich habe schon so manche brenzlige Situation erlebt. Aber man gewöhnt sich daran.“
Wer noch mehr über die Arbeit des Vereins DUFE e.V. in der Ukraine wissen möchte, kann sich auf deren Webseite informieren.

Foto: Die Bürgerschaft Essen-Margarethenhöhe e.V., vertreten durch Jürgen Malone (stellvertretender Vorsitzender), Jürgen Mette (Vorsitzender) und Dietmar Gohla (Kassierer), überreicht symbolisch den Scheck an Roger Schimanski (2.v.r., Vorsitzender des Vereines Deutsch Ukrainische Freundschaft Essen e.V.)
Vielen Dank an den neuen Vorstand der Bürgerschaft für die „Reparatur“ des unschönen Vermächtnisses.
Vielen Dank auch für die im Text genannte Aktion der Gruppe „Hey Alter“ mit der Zurverfügungstellung von Computern, die sicher genauso in der Ukraine benötigt werden.