Bäche und Teiche – die Grenzen

Heinz Kaschulla
Heinz Kaschulla lebt seit über 70 Jahren auf der Margarethenhöhe. Er trägt persönliche Erinnerungen und historische Fakten über seinen Heimatstadtteil zusammen - für sich selbst, seine Kinder und Enkelkinder. Und auch für diesen Blog stellt er seine umfangreichen Recherchen zur Verfügung.
Die Margarethenhöhe mit einer Fläche von ca. 150 ha liegt auf einem Hügel, der von verschiedenen Bächen umflossen wird. Diese liefern ihr Wasser nach dem Durchfließen von mehreren Stadtteilen in die Berne und diese wiederum in die Emscher.
Diese Bäche bilden in etwa die Grenzen zu den benachbarten Stadtteilen.
Die Bereiche der Margarethenhöhe
Die Margarethenhöhe wird durch die Sommerburg- und die Lührmannstraße in 4 Teile aufgeteilt:
-der unter Denkmalschutz stehende älteste Teil zwischen Sommerburgstraße und Waldlehne bis zur Lühmannstraße
-der s.g. denkmalnahe Bereich zwischen Sommerburgstraße und Lehnsgrund/Wortbergrode bis zur Lührmannstraße
-der Bereich der “neuen” Margarethenhöhe zwischen Lührmannstraße/Lühmannwald, Sommerburgstraße und Juistweg
-der Bereich des ehemaligen “Bauverein Kruppscher Beamter” zwischen Lührmannstraße, Sommerburgstraße und Wortbergrode/Am Nachtigallental.
Dazu gehören natürlich auch die Waldstreifen, die diese vier Areale umschließen und in denen die Bäche fließen. In einer anderen Notiz werden diese Waldstreifen als Promenadenschenkung ausführlich beschrieben.
Der Borbecker Mühlenbach
Der Borbecker Mühlenbach bildet die nördliche Grenze zum Stadtteil Holsterhausen und fließt im Mühlbachtal.
Die beiden Quellen liegen im Stadtteil Bredeney in den Siepentälern zwischen den Straßen Beckmannsbusch und Heierbusch zum einen und zwischen den Straßen Heierbusch und Grashofstraße zum anderen.

In Höhe der E.ON-Verwaltung an der Nobertstraße wird der Bach unter der A52, der Messe und der Norbertstraße verrohrt zur GRUGA geführt und speist dort den Margarethensee und in der Folge dann den Teich an der geologischen Wand.

In der Höhe des Zusammentreffens von Kühlshammerweg und Virchowstraße gibt es wieder eine Verrohrung unter dem Damm der früheren Eisenbahnlinie hindurch, jetzt Fahrradtrasse, in das Bachbett des Mühlbachtales.
Der Bach durchfließt 8 Stadtteile bis er in Borbeck in die Berne, einem Nebenfluss der Emscher, mündet.
Die Kreuzenbecke
Die Kreuzenbecke bildet im Westen die Grenze zu Haarzopf und Fulerum und fließt im südlichen Teil durch das Nachtigallental und in der Folge durch das Margarethental, bis sie verrohrt unter dem Damm der früheren Eisenbahnlinie, jetzt Fahrradtrasse, hindurch in der Nähe der Tennisanlage Jahnwiese in den Borbecker Mühlbachtal mündet.
Auf ca. halben Fließweg speist die Kreuzenbecke den Halbachhammer-Teich.

DIe Namensgebung ist eng verbunden mit der sehr alten Grenze zwischen der Herrschaft Broich (Mülheim), zu der die Ortschaften Haarzopf und Fulerum vor der Eingemendung nach Essen gehörten.
Dieser Grenzverlauf wurde mit eingeschnittenen Kreuzen in alten Bäumen als Kennzeichnung festgelegt.
Auch die alten drei Kotten im Nachtigallental hatten die Bezeichnungen Oberste-, Mittelste- und Unterste-Kreuzenbeck. Von diesen drei Kotten besteht nur noch auf dem Grund von Unterste-Kreuzenbeck der Hof Spielkamp.

Auch die Namensgebung des Tales zwischen dem Zusammentreffen der Straßen Tommesweg (Haarzopf) und Altenau (Margarethenhöhe) bis zum Borbecker Mühlenbach erfolgt unterschiedlich. Oft wird dieser Teil ebenfalls als Nachtigallental bezeichnet, alte Schriften verwenden den Begriff Margarethental.
Eine Anmerkung zum Standort des Spielkamp-Hofes
Der Bürgerverein Haarzopf/Fulerum hat in Ihrem Ortsbereich einen Denkmalpfad mit 33 Infotafeln zur Geschichte eingerichtet. Eine davon steht am Spielkampshof mit dem Hinweis zur Geschichte des Hofes Unterste Kreuzenbeck.

Kesselbach
Der Kesselbach wird gespeist durch zwei Quellen in Haarzopf. Die eine liegt zwischen Kirschbaumsweg und Stubertal, die zweite zwischen Folkersbeck und Auf der Fuchskaul.
Südlich vom Stubertal werden zwei Teiche gespeist. In der Fließfolge Richtung Margarethental, neben bzw. unterhalb des Tommesweges, wird ein weiterer Teich gespeist, der unterhalb des Hauses mit der Nummer 95 (früher 75) liegt. Der Teich wurde erst 1911 aufgestaut.
Der hier stehende Kotten Oberheydt / Lochthowe wurde 1787 gebaut und 1998 abgerissen. Heute steht an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus. In dem Haus wurde früher die “Gaststätte Margarethental” der Familie Lochthowe betrieben, zu der dieser Teich gehörte, auf dem man auch Boot fahren konnte.
Der Kesselbach wurde in früheren Zeiten noch “Forkesbecke” genannt.
Die Kreuzenbecke wird zeitweilig auch im weiteren Verlauf Kesselbach genannt, wozu aber keine offizielle Benennung zu finden ist.

Sommerburg-Bach
Der Sommerburgbach entspringt im Waldstück zwischen den Straßen Lührmannwald und Lührmannstraße.
In Höhe des Bodendenkmals Sommerburg wird er zwischen den beiden Waldeingängen unter der Lührmannstraße durchgeleitet und speist im weiteren Verlauf den Teich, der oft Goldfischteich, Karpfenteich oder Sommerburgteich genannt wird.

Um diesen Teich geht es auch in der Sage um die Sommerburg und den Schatz.
Kurz vor der Freifläche der s.g. Kullerwiese, die vor dem Damm der früheren Eisenbahnlinie, jetzt Radwegtrasse, liegt, durchfließt der Sommerburgbach einen inzwischen versumpften kleinen Teich.
Er wird dann verrohrt unter der Trasse hindurch neben der Unterführung des Hohlweges zum Borbecker Mühlenbach geführt.
Schleifkotten-Bach
Neben der Straße Schleifkottenweg, im Siepental zwischen den Häusern Sommerburgstraße 12 und 14 entspringt dieser kleine Bach und fließt unter dem Damm der früheren Eisenbahnlie hinduch in den Borbecker Mühlenbach.
Kurz vor dem Damm gab es bis 2008 ein bewohntes Doppelhaus (Schleifkottenweg 28/30) mit großem Garten, in dem u.a. zur Selbstversorgung Gemüse und Obst angebaut wurde. Die Wasser dafür lieferte der Schleifkottenbach, der mitten durch diessen Garten floß.
