Unterschriften gegen Automatenabbau

Unterschriften gegen Automatenabbau

21. September 2022 3 Von Sonja Mersch

Dass ein Geldautomat in die Luft fliegt, lässt sich verhindern, indem man ihn komplett abbaut – klare Logik. Theoretisch gibt es aber noch andere Möglichkeiten, das Risiko zu minimieren. Das LKA hatte uns dazu Auskunft gegeben (Bericht hier): Demnach sei es möglich, Automaten technisch umzurüsten – aber leider auch teuer. Wir haben bei der Sparkasse nachgefragt, warum sie sich beim Standort Hoher Weg entschieden hat, diese Investition nicht zu machen. Und was eigentlich mit dem verbleibenden Automaten an der Sommerburgstraße geplant ist.

„Unterdurchschnittliche Nutzung

„Bei unserer Entscheidung standen ganz klar die Sicherheit und damit der Schutz von Leib und Leben im Fokus“, betont die Sparkasse, denn der Geldautomat am Hohen Weg sei „anhand objektiver Kriterien (Wohnumfeld) als besonders gefährdet eingestuft worden“. „Gleichzeitig wäre eine Aufrüstung, die eine höheres Maß an Sicherheit gewährleisten, aber keinesfalls eine Garantie geben würde, mit einer sehr hohen Investition verbunden“, so Sprecherin Sylvia Twiehoff.

Natürlich habe man auch analysiert, wie der Automat genutzt werde. „Hier hat eine umfassende Analyse ergeben, dass die Nutzung mittlerweile stark unterdurchschnittlich ist und immer weiter zurückgeht“, so die Sparkasse. „Dies resultiert zu einem Großteil auch aus dem Trend zum bargeldlosen Bezahlen, der sich durch die Corona-Pandemie verstärkt hat. Mit Blick auf das Verhältnis von Aufwand, Kundennutzung und Kundeninteresse haben wir uns dazu entschieden, die Bargeldversorgung in der Margarethenhöhe über den Geldautomaten an der Sommerburgstraße sicherzustellen.“

SB-Standort Sommerburgstraße soll bleiben

Um diesen Standort müssen sich Kunden offenbar zurzeit keine Sorgen machen: „Der Geldautomat an der Sommerburgstraße bleibt weiterhin vor Ort“, so Sylvia Twiehoff. „Der Standort liegt günstig und deckt ein größeres Einzugsgebiet ab.“ Mit Blick auf die Gefährdungsbeurteilung sei jedoch am wichtigsten, dass keine Menschen in unmittelbarer Nähe wohnen, sodass keine Gefahr für Leib und Leben bestehe. Und: „Das Thema Barrierefreiheit ist uns bekannt und wird geprüft. Kunden, die aktuell damit Schwierigkeiten haben, können gerne unseren Geldbringservice nutzen.“

Das funktioniert übrigens so: Gegen eine Gebühr von fünf Euro kann man sich nach telefonischer oder Online-Bestellung einen Geldbetrag von 100 bis 1500 Euro nach Hause bringen lassen.

Unterschriftenliste gegen den Abbau

Auch wenn es endgültig scheint: Anwohnerinnen und Anwohner der Margarethenhöhe wollen die Schließung des Automaten am Markt nicht einfach so hinnehmen. Deshalb gibt es eine Unterschriftenliste, die in der Petit Papeterie Drange am Laubenweg, bei Bäcker Holtkamp und auf dem Markt ausliegt. Gefordert wird, dass die Sparkasse ihre Entscheidung rückgängig macht.