Endlich ein Blumengeschäft!

Endlich ein Blumengeschäft!

19. September 2019 7 Von some

Das Geheimnis, wer in den ehemaligen Drange-Laden am Laubenweg 15 einzieht, ist gelüftet: Die Margarethenhöhe bekommt endlich wieder ein Blumengeschäft! Susanne Oehlke, seit 33 Jahren Floristin, erhielt den Zuschlag von der Margarethe Krupp-Stiftung – und sie hat eine Menge schöner Pläne für ihr neues Geschäft. Von Schnittblumen aus der Umgebung über den Lieferservice zum Seniorenzentrum bis hin zu Workshops zum Binden von Türkränzen.

Im Stadtteil gut vernetzt

“Wir haben die richtige Mieterin für das Ladenlokal gefunden”, ist Jochen Biefang, Prokurist der Margarethe Krupp-Stiftung (MKS), überzeugt. Nicht nur, dass auf der Margarethenhöhe schon lange ein Blumengeschäft gefehlt hat: Susanne Oehlke ist auch bestens im Stadtteil vernetzt. Zwar wohnt sie selbst (noch) nicht hier, aber dafür fast ihre ganze Familie. “Hier ist auch meine Idee entstanden”, erzählt die gelernte Floristin, die 33 Jahre Berufserfahrung mitbringt und zurzeit noch als Filialleiterin in Werden arbeitet. “Beim Geburtstag meiner Schwiegermutter auf der Margarethenhöhe unterhielten sich einige ältere Damen darüber, dass es hier seit Jahren keinen Blumenladen mehr gibt. Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf.”

“Ich glaube nicht an Zufälle.”

Schon länger hatte Susanne Oehlke mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen. “Alle haben mich darin bestärkt, weil ich meinen Beruf so kreativ und künstlerisch sehe. Jetzt, wo beide Kinder studieren, ist endlich der richtige Moment”, sagt sie. “Und ich glaube nicht an Zufälle, sondern an Schicksal.” Das hat sie allerdings ein Stück weit selbst in die Hand genommen: “Ich habe hier im Dorf nach leeren Ladenlokalen geschaut, bei der MKS nachgefragt und mein Konzept vorgestellt”, erzählt sie. Und das kam offenbar gut an.

Wurden sich schnell einig: Susanne Oehlke und Jochen Biefang (Margarethe Krupp-Stiftung).

Fair Trade Blumen und Gestecke

Frische Schnittblumen möchte Susanne Oehlke anbieten – fair gehandelt und möglichst aus der Umgebung. Dafür fährt sie täglich zum Großmarkt und kann auch genau das mitbringen, was ihre Kunden sich wünschen. Dazu soll es bei ihr Gestecke und Sträuße geben, aber auch hübsche Kleinigkeiten zum Verschenken – vom Blümchen zum Mitnehmen bis zur kleinen Dekofigur für Vorgarten und Fensterbank. Nur keine Grußkarten – aus Rücksicht auf die benachbarte Papeterie Drange: “Ich finde, dass wir kleinen Einzelhändler zusammenhalten sollten”, betont die Floristin. Das Familiäre sei immerhin ein Grund gewesen, warum sie ausgerechnet die Margarethenhöhe als Standort ausgesucht habe: “Bei mir kann man dann auch gerne für ein Quätschchen vorbeikommen”, sagt sie lachend.

Die ganze Familie hilft im Laden

Apropos Familie: In ihrem Blumengeschäft werden alle mithelfen. Die Schwiegermama packt Sachen ein, die Kinder helfen aus, und auch die Schwägerin sei gerne kreativ, erzählt Susanne Oehlke. Ihr Mann bekommt eine besondere Aufgabe: Der Garten- und Landschaftsbaumeister soll die künftigen Kunden immer samstags in Sachen Gartengestaltung beraten. Wer möchte, kann dann Pflanzen und Gehölze direkt im Laden bestellen. “Die besorge ich dann beim Großhändler, und mein Mann liefert sie den Kunden frei Haus”, so die Floristin.

Liefern will Susanne Oehlke sowieso sehr viel: Ältere Menschen können sich zum Beispiel Blumen ins Seniorenzentrum bringen lassen. Hochzeitsfloristik soll es bei ihr ebenso geben wie Blumen und Pflanzschalen für den Friedhof – die sie ebenfalls dorthin liefert. Wer möchte, kann sich von Susanne Oehlke auch Blumenkästen für den Balkon bepflanzen lassen. Die frisch gebackene Ladeninhaberin sprüht vor Ideen – und möchte auch Workshops anbieten: “Binde deinen eigenen Türkranz” wäre einer davon.

Moderne und traditionelle Floristik

Wichtig ist für Susanne Oehlke, ihren Laden nachhaltig und ökologisch zu führen – das heißt konkret: Mit Folie und Papier zum Einpacken will sie äußerst sparsam umgehen, Lieferungen auch mal mit dem Fahrrad vorbeibringen. Die Preise sollen “ganz normal” sein, und sie möchte auf die Bedürfnisse jüngerer Kunden ebenso eingehen wie auf die der älteren. “Das heißt, ich mache moderne Floristik, aber auch traditionelle”, verspricht sie. Bei ihr wird man das künstlerisch anmutende Gesteck ebenso finden wie das Röschen mit Schleierkraut.

Das leere Ladenlokal im jetzigen Zustand – im Frühjahr wird es hier ganz anders aussehen.

Eröffnung im März 2020

Bevor Susanne Oehlke allerdings mit all ihren Plänen richtig durchstarten kann, muss das Ladenlokal renoviert werden. Das ist schon ziemlich lange nicht mehr geschehen, und seit die Siedlung unter Denkmalschutz steht, gelten sowieso ganz andere Auflagen. Daher will die Margarethe Krupp-Stiftung das Lokal jetzt nicht nur kernsanieren, sondern auch den Eingangsbereich mit Tür und Fensterfront wieder so herrichten, wie er früher einmal war. Der Innenraum bekommt auf seiner Rückseite wieder zwei historische Fenster, die viel Licht hereinlassen. Eröffnen kann Susanne Oehlke ihr neues Blumengeschäft voraussichtlich im März 2020 – rechtzeitig vor Ostern.