Athos kämpft im Lockdown

Athos kämpft im Lockdown

3. April 2021 0 Von Sonja Mersch

Die Gaststätten auf der Margarethenhöhe haben, wie alle anderen in der Stadt, seit November geschlossen. Besonders über das griechische Restaurant Athos an der Altenau machen sich nun viele Anwohner Sorgen. Inhaber Avdi Bici will aber nicht aufgeben: „Es ist sehr schwer, aber wir werden das hier überleben.“ Seine Zuversicht rührt auch daher, dass so viele Menschen seinen Mitnahme-Service nutzen. „Ich bin so dankbar, dass die Gäste von der Margarethenhöhe immer noch gerne Essen bei uns holen – manche kommen sogar regelmäßig einmal die Woche.“

Einzige Chance: Abholservice

Wie so viele Essener Restaurants hat Athos ein hartes Jahr hinter sich: Im März und April vergangenen Jahres musste Avdi Bici drei Wochen lang komplett schließen, danach bot er bis Mitte Mai seinen Außer-Haus-Verkauf an, der schon damals gerne genutzt wurde. Dennoch: „Normalerweise haben wir 300 Gäste die Woche, die Abholer sind nur etwa 20 Prozent“, rechnet er vor. Zum Glück habe er danach den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein öffnen dürfen – wenn auch aufgrund der Corona-Schutzverordnung mit weniger Gästen an weniger Tischen. „Wenigstens sind draußen nicht so viele Plätze weggefallen“, erzählt er. Vor der Pandemie bot die Terrasse vor dem Restaurant Platz für 60 Gäste. Da er seitlich vor dem Eingang noch Tische dazustellen konnte, sei er trotzdem noch auf 50 gekommen. Aber momentan nützt ihm das leider nichts.

Leere Tische und Stühle im Athos – ein trauriges Bild.

Angestellte in Kurzarbeit

Entlassen musste Avdi Bici bisher niemanden aus seinem Team. „Von fünf Angestellten ist eine dauerhaft in Kurzarbeit, die anderen arbeiten jeweils eine Woche im Monat“, erklärt er. Leider werde in der Küche ja nur noch eine Person gebraucht, während er selbst draußen die Abholer bediene. Statt um die 50 Gerichte, die sonst auf der Karte stehen, bietet das Athos im Moment nur 15 am Tag an. „Was fehlt, sind natürlich jetzt die Einnahmen aus Bestellungen, die die Gäste sonst zusätzlich machen würden, zum Beispiel Nachspeisen oder Getränke“, so der Inhaber. Auch die Restaurantbesuche von Touristen oder Messebesuchern fielen weg.

Durchhalten und hoffen

Dennoch: Mit seinen Einnahmen aus dem Außer-Haus-Verkauf und einigen staatlichen Hilfen kann Avdi Bici zumindest die Fixkosten für das Restaurant bezahlen. „Die Margarethe Krupp-Stiftung hatte mich schon gefragt, ob wir die Miete stunden möchten, sie waren sehr bemüht. Aber wir schaffen das im Moment auch so. Meine Frau arbeitet als Erzieherin, das ist finanziell eine große Hilfe.“

Avdi Bici ist gespannt, wann er endlich wieder öffnen darf. „Bis zum 18. April bleibt ja auf jeden Fall alles zu. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es noch bis Mitte Mai dauert, genau wie letztes Jahr.“ Bis dahin hält er durch und gibt täglich außer montags von 17 bis 20 Uhr Essen zum Mitnehmen aus. „Ohne die Anwohner und Nachbarn hier auf der Margarethenhöhe und in den umliegenden Stadtteilen ginge wirklich gar nichts.“

Inhaber Avdi Bici gibt nicht auf und hofft auf bessere Zeiten.

Fotos: Tanja Wuschof