Ententeich und Bärenklau

Ententeich und Bärenklau

26. Juni 2021 1 Von Sonja Mersch

Die Herkulesstaude und der Ententeich im Lührmannwald bereiten nicht nur den NaturFreunden auf der Margarethenhöhe Sorgen, sondern auch vielen Bürgern. Darum hat die Gruppe um Hemalatha Paratharasa und Simon Grundmann kürzlich die Vertreter politischer Parteien im Stadtteil zu einem Ortstermin eingeladen. Fazit: SPD, CDU, Grüne, EBB/FDP und Die Linke sind sich einig, dass hier etwas passieren muss. Das zerbrochene Holzgeländer soll ersetzt und der Wasserstand des Teiches reguliert werden: Einen entsprechenden Antrag hat die EBB/FDP-Fraktion bereits am vergangenen Donnerstag in der Bezirksvertretung III vorgelegt. Vertreter aller Parteien haben sich dem Antrag angeschlossen. Die Verwaltung soll außerdem bald in einem gemeinsamen Antrag aufgefordert werden, die sich ausbreitende Herkulesstaude in den Griff zu bekommen.

Herkulesstaude kann gefährlich werden

Die auch als Riesen-Bärenklau bekannte Pflanze kann schwere Hautschäden bis hin zu Verbrennungen verursachen. Im Margarethenwald wächst die meterhohe Staude in mehreren Bereichen bereits bis nah an die Waldwege heran und gefährdet Spaziergänger, insbesondere Kinder. „Grün und Gruga mäht einen schmalen Streifen entlang des Weges, aber das reicht nicht“, erklärte Simon Grundmann von den NaturFreunden beim Treffen vor Ort. Denn dahinter ragen die riesigen Pflanzen bis zu drei Meter hoch empor, und das auf mehreren großen Flächen: „Eine einzige Samenkapsel in der Erde reicht, dass immer alles wiederkommt.“ Grün und Gruga müsse die Pflanzen eigentlich im Herbst roden, die Blätter liegen lassen, um das Auskeimen neuer Triebe zu verhindern, und dann regelmäßig alle Neupflanzen beseitigen, so Simon Grundmann. Allerdings sei das ein immenser Aufwand, der Geld und Personal erfordere.

Warnschilder und Schafe

„Wir würden uns außerdem wünschen, dass die Bürger, vor allem Eltern und Ihre Kinder, besser über die Gefahr aufgeklärt werden, etwa durch Hinweisschilder“, sagt Hemalatha Paratharasa von den NaturFreunden.

Die Parteien wollen sich nun gemeinsam um das Thema kümmern und einen Antrag an die Verwaltung formulieren. Günther Schröder (SPD) wies zudem auf die Möglichkeit hin, im Frühjahr Schafe in den Wald zu schicken, um die jungen Triebe abzufressen. An einigen Stellen nahe der Ruhr sei das schon erfolgreich erprobt worden.“

Zu hoher Wasserstand am Ententeich

Am Ententeich fasste Simon Grundmann die Problematik kurz zusammen: „Das Wasser steht, der Teich ist verschlammt. Der Abfluss ist mit Ästen und Baumstämmen verstopft.“ Der so genannte „Mönch“, eine Stelle, an der das Wasser aus dem Ententeich kontrolliert ablaufen soll, kann seine Aufgabe darum nicht erfüllen. Eine Folge ist, dass der Wasserstand insgesamt zu hoch ist und die Buchten mit den Aussichtsplattformen regelmäßig überspült sind. „Hier rutscht auch das Ufer immer weiter ab, und die Holzgeländer sind zerborsten“, sagt Martin Weber (FDP). Eine Gefahr für Spaziergänger, insbesondere auch für Kinder. Günther Schröder (SPD) befürchtet zudem, dass dem stehenden Gewässer bei Hitze zu viel Sauerstoff verloren gehe und Fische sterben könnten: „Letztes Jahr hatten wir das Problem bereits.“

Enten füttern: keine gute Idee

Die NaturFreunde weisen außerdem darauf hin, dass die Enten im Teich auf keinen Fall gefüttert werden dürfen, und wünschen sich ein Hinweisschild, das Spaziergänger über die Gefahren aufklärt. Diesen Wunsch nahmen die Vertreter der Fraktionen ebenfalls mit in die Sitzung der Bezirksvertretung.

Wir werden das Thema weiter verfolgen und berichten, was aus den Anträgen wird und wie es mit Herkulesstaude und Ententeich weitergeht.

Fotos: Tanja Wuschof